Jubiläum und Wildwasser

Seit 25 Jahren unterstützt der MZ-Verein „Wir helfen“ regionale Projekte, die Kindern und Jugendlichen zugutekommen. Auch in diesem Jahr wurden über 100.000 Euro vergeben.

Von Julius Lukas

Die Überschrift klingt einfach, doch sie trifft den Kern: „Neuer Verein will Gutes tun“ titelte die Mitteldeutsche Zeitung am 29. März 2001 – vor einem Vierteljahrhundert also. Und der Verein, der damals gegründet wurde, ist seinem im Titel formulierten Anspruch noch heute treu. Es handelt sich natürlich um „Wir helfen“, den Unterstützungsverein der Mitteldeutschen Zeitung.

Zu dessen alljährlicher Versammlung kamen die Mitglieder Mitte Mai zusammen. Dabei wurden erneut über 100.000 Euro an regionale Projekte, die vor allem bedürftigen Kindern zugutekommen, verteilt. Und ein bisschen wurde auch das Jubiläum gefeiert: 25 Jahre „Wir helfen“.

Wir helfen Mitgliederversammlung

Mitgliederversammlung von "Wir helfen" im Medienhaus in Halle: Anna Manser, Marc Rath, Katharina Brederlow, Dagmar Szabados, Eberhard Jüttner, Eberhard Doege, Gerlinde Kuppe, Thomas Müller-Bahlke, Antje Ludwig, Bernard-Michael Raubuch und Matthias Kampa (von links).
Credit: Julius Lukas

Rekord mit 64 Anträgen

Wie wichtig der Verein ist, zeigte sich auch in diesem Jahr wieder. Denn erneut gab es einen Antragsrekord. Mit 64 Bitten um finanzielle Unterstützung wendeten sich soziale Träger, Fördervereine oder gemeinnützige Institutionen an „Wir helfen“. Das erbetene Fördervolumen lag damit bei 158.000 Euro – und überstieg die verfügbare Summe damit deutlich. Der stellvertretende Vereinsvorsitzende Marc Rath, der auch Chefredakteur der Mitteldeutschen Zeitung ist, erklärte: „Die Zahl der Einzelspender konnte gegenüber dem Vorjahr um etwa zehn Prozent gesteigert werden – auf 1.495.“ Dabei konnte jedoch nur unwesentlich mehr Spendengeld eingenommen werden – darunter die Zuwendung einer Einzelperson in Höhe von 7.000 Euro sowie 2.200 Euro, die infolge von gerichtlichen Anordnungen beim Verein eingingen. Denn: „Wir helfen“ ist beim Oberlandesgericht Naumburg im Verzeichnis der gemeinnützigen Einrichtungen als Empfänger von Geldauflagen in Strafsachen gelistet.

In Aussicht stehen zudem zwei wahrscheinlich höhere Spenden, die aus zwei Erbfällen stammen. Die juristische Aufarbeitung des Nachlasses laufe aktuell allerdings noch, wie Marc Rath mitteilte. Entsprechend konnte das Geld dem Verein noch nicht zugeteilt werden.

Insgesamt standen somit 109.000 Euro zur Verfügung. Eines der ersten Projekte, das mit einem Teil dieser Summe bedacht wurde, war ein Wildwasserabenteuer für 15 Jugendliche, die in Halle betreut werden. „Herzstück des Projektes ist eine halbtägige Schlauchboot-Tour auf der Unstrut“, heißt es im Antrag. „Die Jugendlichen erfahren Natur hautnah, stärken Teamgeist, Selbstvertrauen und soziale Kompetenz.“ 2.000 Euro gab es zur Unterstützung.

Um lediglich 140 Euro Unterstützung bat die AWO in Halle für ein Zuckertütenfest inklusive Ponyreiten. „Da sollte man doch schnell einen Haken dran machen, bei 140 Euro“, meinte Halles frühere Oberbürgermeisterin und „Wir helfen“-Mitglied Dagmar Szabados. Weiter ging es mit 1.500 Euro für ein Zirkuscamp für Kinder von acht bis 14 Jahren in Weißenfels (Burgenlandkreis), ein Wochenende in Aschersleben (Salzlandkreis) unter dem Motto „Hammer, Holz und Handwerkshelden“ (2.000 Euro) sowie die Unterstützung der Nikolausfeier des Bauwagenprojekts „Man sieht sich“ Halle-Silberhöhe (1.150 Euro).

Immer wieder erreichen „Wir helfen“ auch Bitten, bei denen es um die Unterstützung bei der Anschaffung von Geräten, Ausrüstung oder Bildungsmaterial geht. So bekam der Feuerwehrverein Cörmigk & Gerlebogk (Salzlandkreis) 1.000 Euro für eine Outdoor-Tischtennisplatte zugesprochen. Mit der Aufforderung „Ey, wir brauchen coole Bücher – sonst checken wir nix!“ konnte wiederum der Förderverein der Förderschule „Otto Dorn“ in Bernburg (Salzlandkreis) die „Wir helfen“-Mitglieder überzeugen. 1.200 Euro gab es für den Kauf eben jener „coolen Bücher“. Und über 600 Euro konnte sich die neu gegründete Schulband der Sekundarschule Würdetal (Saalekreis) freuen, die davon einen Verstärker anschaffen möchte.

Drei Gründungsmitglieder

So wurden tausende Euro verteilt – auch von den drei „Wir helfen“-Gründungsmitgliedern, die noch immer im Verein aktiv sind: Dagmar Szabados, Sachsen-Anhalts frühere Sozialministerin Gerlinde Kuppe sowie der ehemalige Landesvorsitzende des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands Eberhard Jüttner. Wie seit 25 Jahren bereits achteten sie darauf, dass der Verein seinem selbstformulierten Ziel weiterhin treu bleibt: Gutes tun.