Mit Herz und Tatkraft

Wie engagierte Menschen wie Landtagspräsident Gunnar Schellenberger und Spendensammlerin Christine Enterlein Chancen für Kinder in der Region eröffnen.

Von Ariane Keller und Susanne Enderlein

Ob klein oder groß: Jede Spende hilft dem „Wir helfen“-Verein dabei, benachteiligten Kindern und Jugendlichen neue Chance zu eröffnen. Der MZ-Unterstützungsverein sammelt Spenden von Privatpersonen und Unternehmen und gibt diese gezielt an Organisationen weiter, die sich mit großem Engagement für junge Menschen einsetzen.

Kinderinsel Domnitz

Präsidenten-Spende

Eine solche Organisation ist die Kinderinsel Domnitz (Saalekreis). Hier erhalten Kinder ab sechs Jahren, die nicht bei ihren Familien leben können, Unterstützung und Förderung in einem familiären Umfeld. Aktuell betreut die Einrichtung acht Mädchen und Jungen. Im Mittelpunkt steht dabei, den Kindern Stabilität, Geborgenheit und positive Alltagserfahrung zu ermöglichen.

Dass Spenden dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden, davon wollte sich auch Gunnar Schellenberger selbst überzeugen. Der Landtagspräsident hatte den „Wir helfen“-Verein kürzlich mit einer großzügigen Spende von 500 Euro bedacht.

Bei einem gemeinsamen Besuch der Kinderinsel mit der Vereinsvorsitzenden Susen Thiele gewann er einen Eindruck von der Arbeit der Einrichtung und den Lebensbedingungen der Kinder. Er zeigte sich beeindruckt vom Einsatz aller Beteiligten: „Ich habe Respekt vor so viel Engagement“, betonte Schellenberger.

Von Tür zu Tür

Großes Engagement zeigt auch Christine Enterlein in ihrer Arbeit für die „Aktive Bürgerhilfe“. Am 1. September feiert der von ihr gegründete gemeinnützige Verein sein 15-jähriges Bestehen. In all dieser Zeit ist Enterleins Mission die gleiche geblieben: Helfen, wo sonst niemand hinsieht. An vier Tagen pro Woche ist Christine Enterlein dafür im südlichen Sachsen-Anhalt unterwegs.

Sie fährt von Ort zu Ort, klingelt an Haustüren und bittet um Spenden für Hospize, Altersheime, Tafeln, Kitas und andere soziale Einrichtungen. Die dazugehörigen Spendenbescheinigungen hat sie stets ordentlich auf einem Klemmbrett dabei.

In den Orten, die sie regelmäßig besucht, ist die Frau mit dem roten Kurzhaarschnitt längst keine Unbekannte mehr. „Ich bin gern mit Menschen im Kontakt“, sagt Enterlein. Das Vertrauen der Spender sei groß, auch weil das Geld in der Region bleibe und dort Menschen zugutekomme, die Unterstützung benötigen.

Gerade in den vergangenen fünf Jahren habe sie den Eindruck gewonnen, dass der Bedarf an Hilfe deutlich gestiegen ist. Umso mehr freut sie, dass die Spendenbereitschaft der Menschen nicht nachgelassen hat. „Viele wissen, dass ihre Unterstützung etwas bewirkt“, sagt sie. An den Haustüren erlebt sie fast ausschließlich freundliche Menschen.

Als nächstes geht es für die 74-Jährige nach Mansfeld-Südharz. Dort sammelt sie Spenden für den Kinderschutzbund, die Tafel, das Frauenschutzhaus in Sangerhausen und das Tierheim in Helfta. In ihrem Alter auch mal kürzertreten? Das kommt für Christine Enterlein nicht in Frage. „Ich kann mir nicht vorstellen, nichts mehr zu machen und nur zu Hause zu bleiben. Man muss immer am Ball bleiben, damit es weitergeht.“

Mitmachzirkus kommt zurück

Am Ball bleibt auch die Kinderinsel in Domnitz. Denn hier soll der Mitmachzirkus zurückgeholt werden, den die Kinder seit Jahren vermissen. Der Scheck über 500 Euro vom „Wir helfen“-Verein soll dabei unterstützen. „Wir freuen uns riesig über die Spende“, sagt Dana Naumann, Leiterin der Einrichtung.

In den vergangenen zwei Jahren war das Projekt wegen finanzieller Schwierigkeiten ausgefallen. „In diesem Ort steckt so viel Herzblut“, sagt Susen Thiele bei der Spendenübergabe. „Das ist nicht nur das mit Liebe gestaltete Haus, sondern auch das Miteinander.“

Um das Miteinander geht es auch Christine Enterlein. Ihr Verein, die „Aktive Bürgerhilfe“, hat in diesem Jahr 1.000 Euro an „Wir helfen“ gespendet. „Geben ist seliger als Nehmen. Das sollte sich jeder ein bisschen mitnehmen.“