Raus in den Wald, rein ins Leben
Ein Feriencamp für Kinder und Jugendliche aus Mansfeld-Südharz im Jugendwaldheim Rathsfeld verbindet Lernen, Bewegung und Naturerfahrung. „Wir helfen“ unterstützt das Projekt.
Von Ariane Keller
Lernen mit Kopf, Herz und Hand. Unter diesem Motto verbringen Kinder und Jugendliche schon seit vielen Jahren erlebnisreiche Tage im thüringischen Jugendwaldheim Rathsfeld (Kyffhäuserland). Hier erleben die Mädchen und Jungen die Natur und besonders den Wald spielerisch und mit allen Sinnen. Sie lernen die verschiedenen Lebensräume des Waldes und seine Pflanzen und Tiere kennen. Durch viele praktische Erfahrungen entdecken sie den Wald selbstständig und in ihrem eigenen Tempo.
Im Feriencamp im Jugendwaldheim Rathsfeld entstehen auch schöne Mitbringsel für zu Hause.
Credit: Jugendwaldheim Rathsfeld
Ein besonderes Erlebnis
Im vergangenen Sommer konnten auch 50 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen acht und 16 Jahren das besondere Wald-Erlebnis im schönen Kyffhäuser vier Tage lang genießen. Organisiert hatte das der Kreis-Kinder- und Jugendring Mansfeld-Südharz (KKJR).
„Unsere Zielgruppe sind besonders Mädchen und Jungen aus sozial benachteiligten Familien und herausfordernden Lebensumfeldern“, erklärt Beatrice Hrivnac, deren Stelle als Allstedts Jugendkoordinatorin beim KKJR angesiedelt ist, und die sich um das Feriencamp gekümmert hat.
Beim Wald-Entdecken und Erkunden wurden die Kids von erfahrenen Waldpädagogen und Forstleuten mit altersgerechten Forscheraufgaben unterstützt. Diese weckten Neugier, förderten das Mitfühlen mit der Natur und ermutigten die Kinder und Jugendlichen, selbst zu denken und zu handeln. Gleichzeitig war viel Raum für Kreativität und eigene Ideen geboten.
In den vier Tagen lernten die Kinder und Jugendlichen nicht nur den Wald besser kennen, sondern auch sich selbst und die Gruppe. Sie erlebten ihre Umwelt, ihre Gemeinschaft sowie ihre eigenen Stärken, Fähigkeiten und persönlichen Grenzen auf neue Weise.
„In Kooperation mit dem Kreissportbund und dem Verein ‚Mad House‘ Sangerhausen haben wir im Feriencamp auch für viel Bewegung gesorgt und waren zum Beispiel in der Kletterarena ‚Clip ’n Climb‘, was für die Kleinen sehr aufregend war“, berichtet die Jugendkoordinatorin erfreut.
Hilfe durch Spenden
Dass das Feriencamp im vergangenen Jahr überhaupt stattfinden konnte, ist vielen privaten Spenderinnen und Spendern zu verdanken. So unterstützte der „Wir helfen“-Verein das Projekt mit 2.500 Euro.
Doch Geld, das die Verantwortlichen dringend zur Realisierung des Projekts gebraucht hätten und das Land Sachsen-Anhalt freien Trägern für Ferienfreizeiten zur Verfügung stellt, wurde nicht rechtzeitig freigegeben. So drohte das Camp ins Wasser zu fallen. Mit einem Spendenaufruf, der auch in der Mitteldeutschen Zeitung veröffentlicht wurde, gelang es den Organisatoren um Beatrice Hrivnac doch noch, genug Mittel zu beschaffen und das Feriencamp mit vielen glücklichen Mädchen und Jungen konnte wie geplant stattfinden.