Viel mehr als Plantschen

Der SV Halle will mit dem Kinder-Schwimm-Camp die Zahl der Nichtschwimmer reduzieren, große Erfolge und tolle Erlebnisse ermöglichen. „Wir helfen“ unterstützt den Verein dabei. 

Von Ariane Keller

Die Zahlen sind alarmierend: Aktuelle Studien der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zeigen, dass etwa 20 Prozent der Kinder im Grundschulalter nicht schwimmen können. Besonders besorgniserregend ist, dass sich etwa 60 Prozent der Grundschulkinder nicht sicher im Wasser bewegen.

„Das heißt, diesen Kindern fehlt die Schwimmpraxis – vor allem denen, die im ländlichen Raum wohnen, wo es oft keine Möglichkeiten mehr gibt, das Schwimmen regelmäßig zu üben“, erklärt Grit Michalak, Leiterin für Kinder- und Gesundheitssport beim SV Halle.

Schwimmcamp

Im Kinder-Schwimm-Camp des SV Halle lernen 165 Kinder das Schwimmen oder wie sie sich sicherer im Wasser bewegen.
Credit: Michalak/SV Halle

Buntes Programm

Der SV Halle will das ändern. Bereits zum elften Mal soll im Sommer das Kinder-Schwimm-Camp stattfinden. Drei Wochen lang dürfen 165 Kinder in den Sommerferien plantschen, paddeln und echte Schwimmfähigkeiten entwickeln oder sicherer im Wasser werden. „Dabei ist uns ein zentrales Anliegen, Kindern aus einkommensschwachen Familien die Teilnahme zu ermöglichen“, so Michalak.

Damit das Ganze nicht ausschließlich aus Bahnen und Brustschwimmübungen besteht, wird das Programm bunt – im wahrsten Sinne: Ein Besuch im Lux-Kino in Halle steht ebenfalls an. „Die Ausflüge stärken das Gemeinschaftsgefühl und schaffen bleibende Erinnerungen“, ist sich Michalak sicher.

Doch nicht nur Sport und Spiel sollen den Kindern unvergessliche Ferien bereiten. Neben sportlichem Eintauchen kommt auch das Thema Selbstbewusstsein nicht zu kurz. Das Projekt „Du hast Rechte!“ sorgt dafür, dass die Kinder wissen, dass sie nicht nur kraulen dürfen, sondern auch im echten Leben nicht untergehen müssen. „Mit dem Projekt wollen wir die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein stärken und für ihre Rechte sensibilisieren“, erklärt Michalak.

Erfahrenes pädagogisches Fachpersonal bringt den Mädchen und Jungen kindgerecht bei, dass ihr Körper nur ihnen gehört, dass sie Nein sagen dürfen und ihre Grenzen respektiert werden sollen, dass sie ein Recht auf Hilfe, Schutz und Mitbestimmung haben und dass es vertrauensvolle Erwachsene gibt, an die sie sich wenden können. Erreicht wird das durch kindgerechte Wasserspiele wie „Stopp heißt Stopp“, kreative Angebote und Spiele, die die Wahrnehmung von guten und unguten Gefühlen schulen.

Begehrtes Seepferdchen

Besonders begehrt bei den Jungen und Mädchen: Die Urkunden, die es für Erfolge gibt. Die Kinderrechte-Urkunde, das heiß ersehnte Seepferdchen und das Jugendschwimmabzeichen sorgen für strahlende Gesichter. Und dank der Kooperation mit der DLRG können die Kinder sogar ihren Juniorretter machen. „Das ist eine wertvolle Grundlage, um später den Rettungsschwimmer zu absolvieren“, sagt Grit Michalak.

„Wir helfen“ hat das Kinder-Schwimm-Camp in den vergangenen Jahren insgesamt mit mehr als 10.000 Euro unterstützt. Grit Michalak: „Mit den Spenden trägt ‚Wir helfen‘ dazu bei, dass Kinder nicht nur sicher schwimmen lernen, sondern auch erfahren: Ich bin wichtig. Ich habe Rechte. Und ich werde gehört.“